- Tierarztbesuche, wenn der Hund Schmerzen oder Stress hat, um die notwendige medizinische Versorgung gewährleisten zu können, ohne die behandelnden Personen zu gefährden.
- In öffentlichen Verkehrsmitteln, in vielen Städten ist das Tragen eines Maulkorbes beim Fahren mit den Öffis sogar vorgeschrieben.
- Bei Hunden mit unangemessenem oder übersteigertem Aggressionsverhalten als Sicherheits- und Schutzmaßnahme.
- Im Training oder bei Verhaltenskorrektur
- Ermöglicht Resozialisierung von bereits auffällig gewordenen Hunden
- Verhaltensauffällige oder übersteigert aggressive Hunde können weiterhin teilnehmen am gemeinsamen Leben, ohne jemanden zu gefährden.
- Sozialkontakt zu Artgenossen kann auch (noch) nicht sozialisierten Hunden ermöglicht werden.
- Verhindert das Aufnehmen von Dingen auf Spaziergängen, Giftköderprävention
Im Allgemeinen gilt:
Ein Maulkorb ersetz niemals Training, Erziehung und Verhaltenstherapie – er ist ein Werkzeug, kein Allheilmittel.
Nichts desto trotz kann vielen Hunden erst durch das Tragen eines Maulkorbes ermöglicht werden, sich zu entwickeln, zu lernen, zu wachsen und (wieder) Teil unserer Gesellschaft zu werden.
Arten von Maulkörben und worauf muss ich achten?
Ausreichende Tiefe:
- Der Hund muss das Maul weit genug öffnen können, um vernünftig zu hecheln - Hecheln ist die Hauptmethode des Hundes zur Temperaturregulation.
- Der Hund muss vernünftig gähnen und im Fall der Fälle auch erbrechen können.
- Die natürliche Kommunikation (z.B. bellen, fletschen) sollte so wenig wie möglich eingeschränkt sein.
Passende Länge und Breite:
- Der Korb sollte weder zu kurz sein, da er sonst vorne an die Nase stößt, allerdings auch nicht zu lang, damit er nicht in die Augen rutscht
- Der Korb sollte nicht zu eng sein, da es sonst zu unangenehmen Druckstellen kommen kann, ist der Korb wiederum zu breit, dann kann er verrutschen.
Nasenfreiheit:
·
Der Korb sollte keinesfalls die Nase oder den Nasenschwamm dauerhaft berühren.
Sichere Befestigung:
- Der Maulkorb sollte festsitzen ohne zu verrutschen, allerdings nicht zu fest.
- Die Riemen sollten locker genug sitzen, damit sie dem Hund nicht unangenehm sind, aber nicht so locker, dass er den Korb wieder abstreifen kann.
- Zusätzliche Sicherungsriemen hinter den Ohren, ein Stirn- und/oder Kehlriemen erhöhen die Sicherheit.
Gewicht und Atmungsaktivität:
- Besonders bei alten oder kleinen Hunden darf der Maulkorb nicht zu schwer sein, im Allgemeinen sollte darauf geachtet werden, dass das Gewicht des Korbes zum jeweiligen Hund passt und ihn nicht einschränkt.
Gute Belüftung ist wichtig! Materialverträglichkeit:
- Auf hautfreundliches Material an den Kontaktstellen achten.
- Bei Scheuerstellen oder empfindlichen Reaktionen kann mit Filz, Neopren oder Biothane nachgepolstert werden.
Eine pauschale Anleitung, wie man die Passform eines Korbes nun für den jeweiligen Hund bestimmt, gibt es zunächst erstmal nicht. Zu den jeweiligen Maulkorbmodellen der jeweiligen Anbieter findet man i.d.R. eine Anleitung zum Vermessen des Korbes auf den Internetseiten. Viele seriöse Anbieter bieten ebenfalls eine (Online-)Beratung an. (Eine große Auswahl und gute Beratung bieten z.B. „rootdogs“, „chicundscharf“ oder „Maulkorbfactory“ an.)
Haben Maulkörbe auch Nachteile?
Durchaus können Maulkörbe auch Nachteile haben, hier ein paar Beispiele:
- Druckstellen bei falscher Passform
- Verhindern von trinken, hecheln, gähnen oder erbrechen bei falscher Passform -> Erhebliches Gesundheitsrisiko!
- Kann zum Teil die Kommunikation und Mimik, je nach Modell und Passform, einschränken oder weniger sichtbar machen.
- Evtl. negative Wahrnehmung von außen: „böser Hund“
Unser Fazit:
Ein gut passender und mit Bedacht gewählter Maulkorb bringt eigentlich nur Vorteile mit sich! Sowohl unsere Tierheimhunde, als auch unsere eigenen Hunde kennen und tragen alle ohne Probleme einen Maulkorb, was ihnen in bestimmten Momenten deutlich mehr Freiheiten bringt, als Einschränkungen.
Sobald ein neuer Hund bei uns „einzieht“ und die Umstände es zulassen, beginnt das Maulkorbtraining, denn auch den Maulkorb kann man schmackhaft machen und positiv auftrainieren. Bei bereits auffällig gewordenen Hunden oder solchen, die eine potenzielle Gefahr für uns und andere darstellen, zögern wir ebenfalls nicht, und versehen sie lieber einmal mehr als einmal zu wenig mit einem Korb, um gleich in einem geschützten Rahmen mit dem Training und der Beziehungsarbeit beginnen zu können.
Wir sind der Meinung jeder Hund sollte einen Maulkorb kennen und problemlos tragen können, denn aggressives Verhalten gehört zur normalen hündischen Kommunikation und jeder noch so freundliche Hund kann in Ausnahmesituationen, wie z.B. starke Schmerzen, mal schnappen oder beißen. Zur Sicherheit aller ist ein Maulkorb unabdingbar in solchen Momenten, wenn der Hund diesen bereits kennt, muss er deutlich weniger Stress erleiden und kann so schnell wie möglich versorgt werden.