In den vergangenen Wochen erreichten und erreichen uns mehrfach Finder mit Fundtieren, nachdem die Kontaktaufnahme und/oder unmittelbare Aufnahme beim derzeitigen Vertragspartner nicht zustande gekommen, teilweise sogar abgelehnt worden war.
Wir haben getan, was für uns selbstverständlich ist: Wir haben den Tieren und den Menschen geholfen.
Nun hat das Veterinäramt der Stadt Brandenburg an der Havel schriftlich erklärt:
Fundtiere sollen nicht unmittelbar bei uns abgegeben werden.
➡️ Die Verwendung oder Herausgabe des Fundtierformulars der Stadt wurde dem Tierschutzverein Brandenburg schriftlich durch das Veterinäramt untersagt
➡️ Entgegen der bisherigen Veröffentlichungen, sind Fundtiere nun nicht mehr 24/7 unter den veröffentlichten Telefonnummern dem Dienstleister, sondern während der Geschäftszeiten dem Veterinäramt der Stadt zu melden.
➡️ Außerhalb der Geschäftszeiten ist die Regionalleitstelle Brandenburg (Feuerwehr) zu informieren.
„Die Fundtiere müssen dem derzeitigen Vertragspartner zugeführt werden.“
Nehmen wir ein Fundtier dennoch eigenständig und ohne Beauftragung der Stadt auf, besteht laut Schreiben keine Zusage zur Übernahme der Kosten für Unterbringung, Versorgung, Transport oder tierärztliche Behandlung.
Im Klartext: Helfen wir trotzdem, tragen wir das finanzielle Risiko selbst.
Wir haben freie Aufnahmekapazitäten.Wir haben Personal, Strukturen und jahrzehntelange Erfahrung. Was wir nicht mehr haben, sind die Fundtiere unserer Stadt.
Bemerkenswert ist dabei: Für Juli und August bestanden zwei parallele Verträge: einer mit uns über die weitere Versorgung der bereits im Tierheim befindlichen Tiere und ein Interimsvertrag mit dem T.I.E.R.E. e. V. über neu eingehende Fund- und Verwahrtiere. Zum 31. August lief unser Vertrag aus und wurde nicht verlängert. Dass der Vertrag mit dem T.I.E.R.E. e. V. hingegen bis zum 30. November verlängert wurde, erfuhren wir erst auf unsere telefonische Nachfrage beim zuständigen Beigeordneten am 31. August.
Für die noch bei uns befindlichen Tiere wurde von uns die dauerhafte Übernahme der Fundtiere zu 0 € und der Verwahrtiere gegen Zahlung einer Ablösegebühr an die Stadt begehrt. Unser Angebot, ihre weitere Versorgung bis zur Vermittlung stattdessen vertraglich und finanziell abzusichern, blieb unberücksichtigt. Wir stimmten der Übernahme schließlich widerstrebend zu, weil uns die Tiere am Herzen liegen und wir verhindern wollten, dass sie aus ihrer gewohnten Umgebung herausgenommen werden.
Um ein Tierheim betreiben zu dürfen, müssen jedoch neben tierschutzkonformen Räumlichkeiten – wie etwa unserer mit bis zu 80.000 € durch die Stadt bezuschussten Hundeunterbringung – und Futter auch die tierärztliche Versorgung sowie das erforderliche Personal gesetzlich verpflichtend vorgehalten werden.
Dennoch werden wir weiterhin dort helfen, wo wir helfen können und ein Tier dringend Hilfe benötigt – solange es geht, und wir freuen uns über jeden, der diese Arbeit mit einer kleinen Spende unterstützt.




