Notfellchen
Carl, geboren etwa im Jahr 2018, gehört zu den Katzen, die nicht laut um Aufmerksamkeit bitten. Er gehört zu denen, die erst einmal vorsichtig beobachten, Abstand halten und sich fragen, ob man es wirklich gut mit ihnen meint.
Der hübsche Kater zeigt sich derzeit noch unsicher. Wenn ihm etwas unheimlich erscheint, wird auch schon einmal gefaucht. Doch wer nun einen schwierigen Draufgänger erwartet, liegt völlig daneben. Carl geht nicht nach vorn, sucht keinen Konflikt und hat eigentlich nur einen Wunsch: Sicherheit.
Und dann gibt es da noch seinen kleinen Schwachpunkt – Leckerlis. Mit etwas Geduld und den richtigen Bestechungsversuchen lässt sich sein Misstrauen erstaunlich gut überwinden. Man merkt schnell, dass hinter der vorsichtigen Fassade ein Kater steckt, der eigentlich nur darauf wartet, Vertrauen zu fassen.
Aktuell befindet sich Carl noch in tierärztlicher Behandlung. Er leidet an einer beidseitigen Pododermatitis (“Plasma-Zell-Pododermatitis”), die sich bereits sehr zum Guten entwickelt. Zusätzlich zeigte Carl allergiebedingte Hautveränderungen im Gesicht, an der Schwanzwurzel und an den Beinchen. Deshalb erhält er derzeit konsequent hypoallergenes Futter, worunter sich auch diese Hautveränderungen bereits deutlich gebessert haben.
Da die Erkrankung der Ballen bei manchen Katzen erneut auftreten kann, wünschen wir uns Menschen, die seine Pfoten auch künftig aufmerksam im Blick behalten und die tierärztlichen Kontrollen gewissenhaft fortführen. Mit einer guten Beobachtung und konsequenten Behandlung haben die meisten Katzen eine sehr gute Lebensqualität.
Für Carl wünschen wir uns Menschen mit Herz, Geduld und Verständnis für die leisen Töne. Menschen, die ihm die Zeit geben, anzukommen und Vertrauen aufzubauen. Denn Carl ist kein Kater, der sich sofort aufdrängt – aber einer, der das Potenzial hat, sich ganz tief ins Herz seiner Menschen zu schleichen.
Aufgrund seiner empfindlichen Ballen sehen wir Carl bevorzugt in einer ruhigen Wohnungshaltung oder in einem Zuhause mit gesichertem Freigang, beispielsweise einem katzensicheren Garten oder Balkon. Sollte sich sein Gesundheitszustand langfristig vollständig stabilisieren, kann gemeinsam mit der behandelnden Tierarztpraxis zu einem späteren Zeitpunkt geprüft werden, ob ungesicherter Freigang überhaupt infrage kommt.
Carl ist bereits kastriert, gechipt und geimpft. Er teilt sich derzeit recht unkompliziert eine Katzenstube mit Mindy.
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©Tierschutzverein Brandenburg an der Havel e.V.
