Willkommen im Tierheim des Tierschutzvereins Brandenburg an der Havel e.V.
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War es wirklich Animal Hoarding?? Die Tatsachen sehen anders aus!

Der Fall von Rädel und das Tagebuch der "Befreiten" - von Anita Gommert

Den aktuellsten Tagebucheintrag finden Sie jeweils UNTEN auf dieser Seite.

Dienstag, 01.02.2011 - das Telefon klingelt. Ordnungsamt Lehnin. Der Herr am anderen Ende der Leitung erzählt von einem Tiermessihof, der am Mittwoch aufgelöst werden soll und bittet um unsere Mithilfe. Er spricht von 50 bis 80 Hunden und weiteren Tieren, von denen er jedoch noch nichts wisse. Mir schwant böses. Sofort betone ich, dass wir niemals 50 bis 80 Hunde unterbringen könnten, aber er beruhigt mich und verspricht "Sie müssen nichts aufnehmen, wir brauchen "nur" Ihre Hilfe beim Einfangen und Umsetzen der Tiere."

Ich grüble ... Mittwoch ist Vermittlung ... andererseits brauchen die Tiere unsere Hilfe. Ich erbitte mir Bedenkzeit und rufe Dr. Bamberg (Vorstand) an. Nach meinem Bericht steht für ihn fest "Natürlich fällt die Vermittlung aus, machen Sie nen Zettel ran!".

Kurze Rücksprache mit dem Ordungsamt: wir kommen. Die Liste der Dinge, die wir mitbringen sollten, ließ nichts gutes erahnen: Halsbänder, Leinen, Fangstöcke ... die Tiere kennen nichts!

Sofort wurde der Vermittlungsstopp für Mittwoch ins Netz gesetzt, alle Interessenten von denen wir Nummern hatten angerufen und der "Zettel" fürs Tor fertig gemacht.


Mittwoch, 02.02.2011 - 9 Uhr.

In voller Montur, warm angezogen und mit zwei Fangstöcken bewaffnet fuhren wir mit zwei Autos los. Das Navi führte uns zu einem Waldweg. Vor dem abgelegenen Grundstück standen bereits einige Autos, Amtstierärztin, Ordnungsamt, Polizei und das Team vom TH Hoher Fläming waren bereits vor Ort. Man verhandelte mit der anwesenden Halterin. Kurz darauf die erlösende Nachricht: die Frau kooperiert.

Bald darauf wurden die ersten verängstigten Hunde vom Grundstück den Weg hoch zum Hauptweg geführt, von uns katalogisiert und anschließend in die Autos verladen. Schon der Anblick der ersten abgemagerten, ängstlichen und nicht wirklich gesunden Tiere war entsetzlich.

(Hinweis an dieser Stelle: der durch die Presse abgedruckte "Golden Retriever" war in Wirklichkeit ein extrem schwacher, weil abgemagerter Kaukasenmix namens "Arakasch"! Tolle Recherche, liebe Presse!)

 

Die Halterin - der erste Eindruck

Vor uns steht eine Frau Ende Vierzig in heller Jacke, Skihose und alten Winterstiefeln. Hochgewachsen, sehr, sehr schlank - fast dünn, dunkelblonde Haare zum Zopf gebunden, die sie unter einer dunkelblauen Pudelmütze versteckt. Ihre Augen blicken uns durch eine große Brille an, nur selten hält sie meinem Blick stand.

Die Schultern hängen, die Statur erinnert an ein kleines, enttäuschtes Mädchen, das gar nicht begreift, was um sie herum passiert.

Die Vielzahl an Menschen ist ihr sichtlich unangenehm. Immer wieder geht ihr Blick zu den Hunden, die von den ihr völlig fremden Menschen weggeführt werden. Sie schaut schweigend, fast abwesend zu ... in ihrem Gesicht ist keine Regung erkennbar.

Animal Hoarding - warum? Die Frau erzählt nicht viel von sich. Es sickert durch, dass sie schwer an Krebs erkrankt ist. Eine Entschuldigung oder Rechtfertigung für diese Zustände ist das natürlich nicht.

Uns schockt die ganze Situation, der Dreck, der Geruch, der Anblick der dreckigen Tiere in ihren muchtigen Verschlägen. Wielange lebte diese Frau hier schon so mit den gefühlten Tausend Tieren? Ob sie begreift, was hier schief läuft? Dennoch empfinden wir Mitleid mit der Dame.

Doch für unser Mitleid haben wir in dieser Situation keine Zeit, die Tiere mussten hier raus ... ich frage sie nach den Namen der Hunde, sie gibt Auskunft.

 

10:30 Uhr

Inzwischen waren Tierschützer aus dem ganzen Bundesland angereist. Die Fang- und Katalogisierungsaktion war in vollem Gange, als sich nach und nach der kleine, versiffte Hof mit "Tierschützern" füllte. Ich setze dieses Wort ganz bewusst in Anführungsstriche, denn ich war von einem Teil der sog. "Tierschützer" maßlos enttäuscht.

Anstatt sich mit einzubringen, die Tiere zu verladen, sich nützlich zu machen, standen sie in großen Trauben um die völlig verängstigten Tiere herum und hielten Maulaffen feil. Erst als wir diese patenten Menschen, von denen einer schlauer war, als der andere barsch anwiesen, doch endlich von den verängstigten Hunden wegzutreten, kam Bewegung in die Menge.

Die Menschen, von denen ich annahm, sie kennen sich aus und wissen, wie man sich gegenüber extrem ängstlichen Tieren verhält ... genau diese Menschen enttäuschten über alle Maßen. So muckierten sie sich über den Zustand der Tiere, des Geländes, der Halterin ... natürlich war auch uns dies alles bewusst, aber wir sahen über all das hinweg, waren froh, dass die Halterin anwesend war und den Stress für die Tiere so wenigstens etwas minimieren konnte. Wäre sie nicht da gewesen, hätten wir jeden EINZELNEN der Hunde mit dem Fangstock fangen und mit Gewalt verladen müssen.

Nein, die Frau arbeitete mit, gab bereitwillig Auskunft über Geschlecht, Alter und Namen der Tiere und half auch bei der Zusammenstellung von verträglichen Gruppen. Aber DAS sahen die Herrschaften Tierschützer leider nicht.


Auf den Plan traten sie erst wieder, als gegen Mittag die ersten "niedlichen, süßen" kleinen Hunde heraus geholt wurden. Ich konnte gar nicht so schnell schreiben, wie die Tiere (ein Muttertier und fünf 3jährige Welpen) zwischen den Herrschaften nach Niedlichkeit aufgeteilt wurden.

Doch als dann noch zwei offenbar noch viel niedlichere Wuschelhunde kamen, war die eben noch so süße, schwarze Hündin vergessen. Man nahm dann doch lieber die Wuschels mit. Was seid Ihr bitte für Tierschützer???!!!???


Auch die vier mageren Barsojs fanden schnell Liebhaber, natürlich nicht der "Eros", denn der war laut Halterin nicht ganz so ohne.
Als im Haus dann schließlich noch sechs "wilde" Katzen gefunden und mit Kescher gefangen wurden und niemand der anwesenden Tierschützer bereit war, sie mitzunehmen, ließ sich auch wieder Mario vom TH Hoher Fläming erweichen, den Tieren eine Chance zu geben. So zogen in sein Auto nebem dem vollkommen abgemagerten Mastiffmix "Rambo" noch sechs völlig verängstigte Katzen ein und traten erst einmal die Heimreise an.


Als dann die Frage fiel "Und wieviele könnt/wollt Ihr mitnehmen?" zögerten wir natürlich nicht. Ich antwortete einfach "wir nehmen die, die keiner will" und wartete ab. Ein Anruf in der Heimat: "Nico, wir werden wohl doch zwei Hunde mitbringen, die will sonst keiner!" Und Nico bereitete "Zuhause" den Zwinger vor.

Als nächstes stand das Verladen der vier Lamahengste an. Gemeinsam - mit Kraft, Köpfchen und Trick 17 - schafften wir es schließlich auch, die nervösen Tiere in den Anhänger zu verladen. Stolz! Stolz und Zeitdruck, denn langsam wurde es dunkel und gerade die Hälfte der Hunde war abtransportiert. Wir mussten uns sputen. Im Akkord wurden die letzten Huskys und Collies verladen.
Der allerletzte Hund war ein Kurzhaar Chow Chow. Auch dieser durfte mit Mario in sein neues Übergangsquartier fahren.

 

Letztlich wurden insgesamt 59 von 61 Hunden (2 Tiere durfte die Dame behalten) vom Grundstück geholt, darunter Collies, Huskys, Kaukasen, 1 Chow Chow, Barsojs und zahlreiche Mischlinge. Wer nicht sofort Abnehmer fand, wurde auf dem nahe gelegenen Bauernhof untergebracht.

Es war bereits stockdunkel, als wir mit den Männern vom TH Hoher Fläming und zwei kleinen Taschenlampen bewaffnet auf Knien liegend durch den stockdunklen Kuhstall krochen und "unsere" Hunde unter den zahlreichen Strohballen wegfingen. Weil sie keiner wollte, haben wir uns für letztlich vier ChowChowmischlinge entschieden. Es wurden die Hunde mitgenommen, die wir gefangen bekamen.


Als wir gegen 19 Uhr losfuhren, wussten wir nur, dass wir zwei schwarze und zwei rote ChowChowmixe im Auto hatten. Während der Heimfahrt dann das Telefonat "Nico, wir kommen doch mit Vieren!"

Auf dem Bauernhof wurden noch letzte Umsetzmaßnahmen ergriffen. Zum Feierabend ließen sich die fleißigen Hundefänger hoffentlich die extra für sie geschmierten Brötchen schmecken!

An dieser Stelle möchte ich mich persönlich nochmal bei all jenen bedanken, die sich nicht zu fein waren, durch Dreck zu kriechen und fest mit angepackt haben. Wir waren ein tolles Team und wenn wir jemals wieder solch einen Einsatz haben, dann NUR MIT EUCH!

Danke auch an die Jungs und Mädels vom Bauernhof, die die Sache so arg und mit vollem Einsatz unterstützt haben und sich noch ein paar Tage länger um die Tiere kümmerten, die nicht so schnell Plätze fanden.

Es ist wahrscheinlich nicht alles perfekt gelaufen, aber im Großen und Ganzen hat es doch gut geklappt!

"Unsere Vier" sind da ...

Als wir - leider nochmal mit Fangstock - unsere vier ChowChowmixe in ihr neues Übergangsquartier gebracht hatten und vor dem Zwinger standen, fiel langsam der ganze Stress ab. Der rote Rüde kam sogar an die Gitter und freute sich kurz, ehe er zusammen mit seinen Geschwistern die Hütten untersuchte ... ja, Stroh, Fliesen und Hütten kannten die Hunde nicht.

Wir schalteten das Zwingerlicht aus und hörten, wie sich die vier gierig über das bereit gestellte Futter hermachten. Morgen würden wir weiter sehen.

 

Donnerstag, 03.02.2011

Bei Tageslicht betrachtet waren die vier ... naja, wir sahen immer nur drei ... Hunde verdreckte Filzknäule. Der Rote fasste unglaublich schnell Vertrauen zu mir ... vor den Männern hatten sie alle furchtbare Angst.

Ich hockte mich seitlich weggedreht in eine Zwingerecke und wartete. Der Rote kam sofort Kuscheln. Ganz langsam und vorsichtig näherten sich Nr. 17 (nur wenige der Tiere hatten ihre Nummernzettel noch um) und die kleine Rote.

Anfassen durfte ich sie noch nicht, aber ich wurde interessiert beschnuppert. Nachdem sie fertig waren, zogen sich Nr. 17 und die Rote wieder zurück.

Ich war zufrieden. Sie fielen mich nicht an und zeigten ernsthaftes Interesse - mehr konnte ich nach diesem Einsatz nicht verlangen!


Freitag, 04.02.2011

Der Rote begrüßte mich Schwanz wedelnd am Gitter. Seine beiden Mädels standen neben ihm. Als ich den Zwinger betrat, flüchteten alle drei in die Hütten.

Aus einer der selbigen knurrte der vierte Hund. Ich hockte mich wieder in meine Ecke und wartete. Diesmal dauerte es kaum zehn Sekunden, da hatte ich "Frodo", wie wir den Roten genannt hatten, schon auf dem Schoß. Die beiden Mädels (Nr. 17 wurde zu "Freya" und die Rote nannten wir "Froja") kamen auch rüber.

Knurrhahn "Franjo" ließ sich nicht blicken.

Freya setze sich in die gegenüberliegende Ecke und erlaubte mir, mich zu nähern. Hockend und abgewand näherte ich mich ... Freya duldete meine Hand an ihrer Seite, zuckte zwar immer wieder aber genoß sichtlich die Streicheleinheiten. Nach vielleicht einer Minute ging sie wieder. Ich beließ es dabei und legte Frodo sein erstes eigenes Halsband um. Er ließ es zu.

 

Heute wurde bekannt (Presse), dass die Dame tatsächlich noch einige Hunde vor uns versteckt hatte. Klar, niemand traute sich einfach mal eben so am großen Bullen vorbei. Doch auch diese Hunde wurden - eben einen Tag später - entdeckt, vom Grundstück geholt und zum Bauernhof überstellt.


Samstag, 05.02.2011

Der aufgeblähte Bauch von Froja machte uns etwas Sorgen, also schnappte ich mir aus dem heimischen Kühlschrank zwei Leberwürste, nahm Wurmtabletten aus dem Arzneischrank und hatte mir vorgenommen: Heute Wurmkur!

Als Frodo mit seiner aufgeregten Nase die Leberwurst roch, war das Entwurmen das geringste Problem. Der verrückte Kerl konnte gar nicht genug bekommen von der leckeren Leberpaste! Ich nutzte dies und fütterte ihn vor den Augen der Mädels weiter.

Freya näherte sich zuerst. Ihre blaue Zunge kostete ganz vorsichtig von dem Zeug ... immer schneller leckte die kleine, blaue Zunge über meine Finger und zack! hatte auch Freya ihre Wurmkur intus.

Froja merkte schnell, was ihr entging und biss mir gierig in die Finger. So hatte auch sie ohne es zu merken die Wurmtabletten gefressen.

Und Franjo? Der lugte zwar vorsichtig mal raus aus der Hütte, knurrte kurz und weg war der Kopf wieder. Ich legte ihm sein Leberwurstpaket einfach in die Hütte und lenkte die anderen drei mit der lecker riechenden Pelle ab. So hat auch Franjo seine Tabletten gefressen. Anschließend traute er sich sogar kurz raus um zu schauen, ob nicht noch mehr Leberwurst zu ergattern war. Er kam bis auf 1,5 m heran und flüchtete dann schnell wieder.

Nachdem die drei zutraulicheren Hunde sicher waren, dass an keinem meiner Finger mehr Leberwurst klebte, zog sich Froja wieder etwas zurück. Freya hingegen machte Frodo Konkurrenz und beschlagnahmte meine Hand. Ich musste Kraulen was das Zeug hielt. Bis in die verfilzte Unterwolle! Freya genoss es sichtlich!

 

Heute sollten die Vier auch in einen großen Zwinger umziehen. Zwinger 14 sollte ihrer werden. Vier große Hütten und fast 30 Quadratmeter Fläche. Wir konnten die immer noch ängstlichen Tiere ja nicht mal eben so aus dem Zwinger lassen, denn wiederkommen würden sie sicherlich nicht.

Nach der Vermittlung am Nachmittag sollte das Umsetzen beginnen. Wir Frauen gingen in den Zwinger, Frodo hatte ja bereits ein Halsband um und wurde normal angeleint. Die schwarze Freya bekam die Leine einfach um den Hals und wir zogen mit den ersten zwei Tieren um - problemlos! Freya drehte sich zwar einmal um sich selbst, lief dann aber einfach Frodo hinterher.

Schritt zwei. Froja hatte vom Einfangtag noch ein Kettenhalsband um. Also hakte ich die Leine einfach dort ein und lief mit ihr los. Nach anfänglichem Protest folgte sie. Im neuen Zwinger wurde die Leine ausgehakt und plötzlich war auch bei Froja der Schalter umgelegt. Sie kroch mir in die Arme und ich zog ihr die Kette aus.

Plötzlich erkannte auch Froja, dass Streicheln und kraulen etwas tolles ist!

Ja, Franjo musste leider mit Fangstock umgesetzt werden. Aber wir geben auch für ihn die Hoffnung nicht auf. Auch Franjo wird früher oder später Vertrauen fassen!

 

Sonntag, 06.02.2011

Mit Männern haben sie nach wie vor so ihre Probleme. Inzwischen zeigt sich die anfangs so scheue Froja sehr selbstbewusst, ist beim Fressen sogar die Chefin!

Die drei zutraulichen Hunde begrüßen mich Schwanz wedelnd und freundlich, Frodo und Freya sind nach wie vor am anhänglichsten.

Nun wird es Zeit, dass sie auch die männlichen Pfleger akzeptieren und eine Vertrauensbasis entsteht. Daran arbeiten wir ab jetzt.

Montag, 07.02.2011

Heute waren die Hundegeschwister soweit gefestigt, dass ich es wagen wollte, die ersten Fotos zu machen.

Die Kamera wurde zur Kenntnis genommen, abgerochen, angeleckt und für ungefährlich befunden. Natürlich sind diese Fotos absolut schlecht. Die Hunde beherrschen nicht ein Kommando, stehen nur dann still, wenn sie es gerade möchten. Als ich meine kleine Foto-Session abhielt, traute sich sogar Franjo kurz aus seinem Versteck, beäugte mich mißtrauisch knurrend und verschwand bald darauf wieder in der Hütte. Ein Schnappschuss gelang!

Nett, wie ich bin, kündigte ich den drei Zutraulichen für morgen schon die Tierärztin an. Frodo, Froja und Freya sollen morgen ihre Mikrochips und die erste Impfung erhalten. Franjo wird solange in Ruhe gelassen, bis er von selbst kommt.

Die Hunde lebten bisher ohne jegliche medizinische Versorgung, da können wir bei Franjo auch noch etwas warten.

 

Und hier sind unsere Vier - Achtung! Wir bitten, von Vermittlungsanfragen abzusehen, die Tiere sind noch lange nicht bereit, in ein neues Zuhause umzuziehen:

Frodo - der nervöse Neugierige

Frodo lässt sich schnell aus der Reserve locken, seine Neugier treibt ihn vorwärts. Dennoch ist er der nervöseste der Vier.

Frodo ist von nettem Charakter, lieb, verkuschelt jedoch sehr ruhelos. Während sich die Mädels zum Kuscheln regelrecht niederlassen, kommt Frodo heran, kuschelt, läuft wieder und kommt wieder heran.

Fühlt er sich sicher, beginnt er mit der Hand zu spielen und daran zu knabbern. Frodo muss noch lernen, dass Kneifen weh tut und man dem Menschen nicht wie eine Katze auf den Buckel kriecht.

Freya - die Kuschelmaus

Wie ein Teddybär schaut die süße ChowChowmixdame drein. Leider hat sie mit Abstand das schlechteste Fell, ist rundherum stark verfilzt. (siehe rechtes Foto)

Freya knutscht, kuschelt und das am liebsten ohne Unterlass und hat sich durch ihr liebenswertes Wesen ganz tief in mein Herz gefressen.
Ihr Vertrauen in mich ist inzwischen so groß, dass sie sich sogar zum Kraulen auf den Rücken legt!

Froja - die heimliche Chefin

Anfangs zeigte sich Froja von ihrer schüchternsten Seite. Dass sie auch anders kann, beweist sie inzwischen täglich. Die kleine Hündin hat beim Futter die Hosen an. Im alten Zuhause muss sie dies regelmäßig unter Beweis gestellt haben, denn Froja hat mehrere Narben im Gesicht und an der Schnauze. Wenn sie frisst, müssen die anderen gehen.

Wenn Froja kuscheln kommt, dann tut sie dies bewusst und fordernd. Sie beäugt die streichelnde Hand noch ganz genau, möchte auch nicht überall berührt werden.

(Foto rechts: Froja frisst und Frodo geht lieber weiter)

Franjo - der Angsthase

Nur wenn kein Mensch in der Nähe ist, traut sich Franjo aus seinem Versteck. Der schwarze Rüde wird noch einige Zeit brauchen, um zu merken, dass ihm niemand etwas tut. Beim Säubern des Zwingers erkennen die Tierpfleger ohne hinzuschauen, wo Franjo sitzt: plötzlich knurrt mal eben die Hütte.
Franjo hält sich sehr an seinen Bruder (Bild rechts), wir hoffen, dass er durch ihn schnell merkt, was ihm beim Streicheln entgeht.

Dienstag, 08.02.2011

Die Impfaktion hat super geklappt. Gut, dass der Tierarzt eine Frau ist. So waren Frodo, Freya und Froja reletiv entspannt. Sie bekamen einen Maulkorb aufgesetzt (sicher ist sicher) und ich hielt sie normal fest. Sicherlich waren sie etwas ängstlich, ließen jedoch alles geschehen.

Nun sind drei der vier Rädler geimpft und gechippt. Franjo wurde wie geplant "verschont".

Insgesamt wird der Gesundheitszustand der Hunde durch die TÄ wie folgt eingeschätzt: unterernährt, vollkommen ungepflegt, unsicher und ängstlich im Wesen. Nichts, worauf wir nicht vorbereitet gewesen wären. Der immer noch pralle Bauch von Froja steht weiterhin unter Beobachtung. Ein Transport zu einem Ultraschallgerät ist derzeit noch undenkbar. Wir hoffen sehr, dass sich die Anzahl der Vier nicht in ein paar Wochen erhöht ...

Mittwoch, 09.02.2011

Den vier Rädlern geht es gut. Da ich ab morgen krankheitsbedingt ausfalle, werden sich die Männer um die Vier kümmern.

Neue Dientsanweisung für meine Jungs: wenn ich wieder da bin, haben euch alle Hunde zu lieben, seht zu! ;-)

Das Tagebuch wird erst fortgeführt, wenn ich wieder einsatzfähig bin.

Sonntag, 20.02.2011

Nichts mit Animal Hoarding! Wie nun bekannt wurde, steckt wohl wirklich kommerzielle Hundezucht dahinter. Laut Presse ist von "Geschäftspartnern in Berlin" die Rede. Auch Gewalt an den Hunden soll es gegeben haben - das erklärt natürlich einiges!! Wir sind einmal mehr geschockt!


Was machen unsere Vier?

Mittlerweile dürfen sie täglich raus aus ihrem Zwinger. Die drei zugänglichen fassen auch langsam Vertrauen zu ihren männlichen Pflegern. Leider macht Franjo nur gaaaanz winzige Fortschritte.

Frodo, Freya und Froja tragen seit heute alle Halsbänder. Probleme damit hat nur Froja ... sie scheint viel schlechtes erfahren zu haben. Das Halsbandumlegen hat uns zwei Schritte zurückgeworfen. Aber das bekommen wir wieder hin, es nützt ja alles nichts!

Ein neues Problem zeigte sich auch auf: die vier sind leider kaum mehr bereit, in den Zwinger zurückzukehren, wenn dieser sauber ist und das Futter bereit steht. Mit gutem zureden, locken und Leckerchen hat es bisher (seit etwa einer Woche) immer geklappt. Heute haben wir ganze 3 (!) Stunden gekämpft und gelockt, bis alle Hunde wieder im Zwinger waren.

Wegen dieses Verhaltens und auch aufgrund der immer öfter auftretenden "Gruppenkloppe" spielen wir mit dem Gedanken, die Vier zu trennen und ihnen jeweils eine vollkommen neue Hundegruppe zu geben. Wir hoffen insbesondere darauf, dass "Mobbingopfer" Franjo zur Ruhe kommt. Er trägt die meisten Bisswunden im Gesicht ...

 

Zum Verständis: die vier Geschwister sind auf dem einsamen Hof geboren und aufgewachsen (zum Zeitpunkt der Befreiung waren es 24 Nachkommen des einzigen Chow Chowrüden, eingepfercht in zwei Gruppen - sie hatten natürlich verschiedene Mütter).

Die Hunde kannten nichts, außer diese Frau, den prügelnden "Pfleger" und eine strenge Hierarchie zwischen den Hunden (Narben, Narben, Narben). Sie mussten sich oft um das wenige Futter prügeln. Ihr Verhalten haben sie über lange Zeit erlernt, sie werden es nur langsam ablegen. Wir arbeiten dran!

Tierpfleger Matze (ein MANN!!) beim Kuscheln im Sonnenschein auf dem Hof.

Franjo auf Abstand - schaut knurrend zu ... hoffentlich nicht mehr lange!

Montag, 21.02.2011

Es ist vollbracht! Nachdem wir alles nochmal durchdacht und abgewogen haben, ist unsere Vierergruppe nun getrennt. Folgende Hundegruppen haben wir "erschaffen":

Frodo ist mit Laloona zusammen gezogen - man spielt sogar schon!

 

Elli und Lumpi haben Froja in ihrer Mitte aufgenommen.

 

 

Willi und Charly - der sicherste Hund im ganzen Tierheim - haben Franjo und Freya unter ihre Fittiche bekommen.

Wir sind gespannt, wie sich die Vier ab jetzt entwickeln. So gute Fortschritte, wie Frodo bisher macht, sind wir zuversichtlich, dass er bald leinenführig sein wird. Und mit der selbstbewussten Laloona an seiner Seite, wird ihm alles noch leichter fallen.

 

Elli und Lumpi werden der zickigen Froja hoffentlich zeigen, dass man auch ohne Stress in einer Gruppe leben kann.


Die schwerste Aufgabe aber hat Rottimix Charly bekommen. Die ersten Minuten mit Franjo und Freya waren etwas diffus. Freya begann sofort selbstbewusst mit Charly und Willi zu spielen, Franjo hielt sich zuerst auf Abstand. Als sich die Menschen aber zurückzogen, suchte er sofort Kontakt, es kam zu Spielaufforderungen und ersten "Knutschern". Und als ich mich dann wieder zeigte und mit Willi und Freya zum kuscheln überging, umkreiste uns Franjo nur noch auf etwa 50 cm Entfernung ... Franjo wird hoffentlich schnell lernen, dass es auch nette, gewaltfreie Gruppenführer gibt. Charly macht das schon!

 

Freitag, 25.02.2011

Frodo macht immer bessere Fortschritte. Man kann ihn inzwischen freilaufend abrufen und er kommt! Wenn nicht sofort, dann beim zweiten oder dritten Rufen. Ich werde mit Frodo nächste Woche das Leinentraining beginnen.

Froja lebt sich ebenfalls gut ein, hat aber nach wie vor Schwierigkeiten mit den Männern. Sie kommt heran, die Jungs dürfen auch kurz berühren, aber anleinen ist noch nicht drin. Dafür muss immer noch ich kommen. Frojas Angst vor Männern ist einfach noch zu groß.

Franjo macht mir gegenüber Quantensprünge! Heute, als ich intensiv mit seiner Schwester kuschelte, kam er knurrend heran, schnupperte an meiner Hand und meinem Knie. Mein Herz klopfte bis zum Hals, ich würdigte ihn keines Blickes und er klebte seine Nase regelrecht an meine Hose. Das Eis bricht!!

Zu den Männern hat er leider noch kein Stück Vertrauen gefasst. Er traut sich in ihrer Anwesenheit auch nicht wieder in den Zwinger.

Fazit: Franjo und Froja mögen meine Jungs noch immer nicht wirklich ... aber die Fortschritte sind da, wenn auch nur ganz klein!!

Montag, 28.02.2011

Frodo's erstes Mal! Ich bin hellbegeistert von diesem tollen Hund! Sicherheitshalber bekam er zusätzlich zum Halsband noch ein Geschirr und eine zweite Leine angelegt. Er ließ es auch problemlos über sich ergehen, stand ganz still.
Draußen hatte Frodo erst einmal damit zu tun, die Weite zu erfassen, die Gerüche wahrzunehmen und ich war vergessen. Lachend drehte ich mich immer wieder mit ihm im Kreis, denn zum ersten Mal Leine, ist schon aufregend für einen Hund, da läuft man noch nicht "bei Fuß".
Frodo lief selbstbewusst und neugierig neben mir bzw. um mich herum, die fahrenden Autos waren zwar unheimlich, aber lösten keinerlei Panik aus. Auf dem Feld und nachdem er alle "Geschäfte" erledigt hatte, begann Frodo langsam, den Kontakt zu mir zu suchen. Wir trainierten ein paar mal "Sitz" - Übung macht den Meister - um schließlich irgendwann auch wieder umzukehren.
Auf dem Rückweg lief Frodo (fast) perfekt bei Fuß neben mir. Alles in allem ist der junge Kerl ein echt toller Bursche, der zwar viel vom einnehmenden Wesen eines Chow Chow hat, aber andererseits in der Lage ist, seiner Bezugsperson blind zu vertrauen!
Frodo wird ab sofort auch offiziell in die Vermittlung gehen. Natürlich werden wir Frodo erst herausgeben, wenn er zu seiner neuen Bezugsperson ebenfalls blindes Vertrauen hat. Seine Menschen sollten über einen guten Hundeverstand verfügen, dann werden sie mit ihm auch gut klar kommen. Näheres dazu ab sofort dann in seinem Vermittlungstext.

Dienstag, 01.03.2011

Der Spaziergang mit Frodo war heute sehr entspannt. Er läuft super am Geschirr (ohne Sicherheitsleine) und hat das Im-Kreis-Laufen aufgegeben. Viel lieber würde Frodo im rasenden Galopp über die Wiesen flitzen, aber ich arme, dickliche Frau kann da nicht mithalten. Das nächste Mal nehmen wir eine 12-Meter-Schleppleine mit - habe ich ihm versprochen!

Froja hat inzwischen offenbar ebenfalls blindes Vertrauen zu mir. Als ich heute zu ihr und Lumpi/Elli in den Zwinger ging, freute sie sich wie ein kleiner Welpe um gleich darauf vor mir umzufallen: ich musste Bäuchlein kraulen!
Froja entspannte sich total, sie genoß die Streicheleinheiten sichtlich, ihre kleinen Kulleraugen fielen sogar zeitweilig zu.

 

Freya hat heute Modell gestanden. Da die Maus eine Patin hat, wollte ich ein schönes Foto für die Patenschaftsurkunde schießen. Ich denke, es ist mir gut gelungen ... Frau Schulze, Sie werden staunen!


Franjo legt seine Panik mehr und mehr ab. Er verschwindet nun nicht mehr sofort in der Hütte, wenn jemand den Hof betritt, sondern kommt neugierig - immer noch knurrend - ans Gitter und schnüffelt. Seine Wunden im Gesicht sind soweit abgeheilt.

Donnerstag, 03.03.2011

Heute war Frojas großer Tag. Von mir ließ sich die Maus natürlich problemlos das Geschirr umlegen. Doch sobald der erste Mann auf dem Hof in Sichtweite kam, regierte wieder die Panik. Doch Froja hing sich Schutz suchend an meine Fersen.
Ich führte sie vorbei am "bösen Mann" und die kleine Maus war zufrieden.
An der Straße wich sie mir keinen Zentimeter von den Beinen, der Eindruck der "Freiheit" war einfach zuviel.
Leider reagiert die Süße panisch auf vorbeifahrende Autos, Fußgänger, Radfahrer ... Doch mit einer sicheren Führungsfrau an ihrer Seite, meisterte sie auch die Panikattacken.
:-)
Auf dem Feld setzten wir uns einfach nur hin, Froja kuschelte sich sofort an und genoß die Streicheleinheiten. Die kleine Maus hat ein absolut liebes Wesen, ist so unendlich dankbar und freundlich. Langsam lässt sie den Schutzwall um sich herum immer öfter und länger fallen, entspannt sich in meiner Gegenwart fast vollständig ... sie nickte sogar kurz ein - auf dem Schoß liegend!
Sie lässt sich inzwischen überall anfassen und kraulen - außer am Hintern. Zu tief sitzen die seelischen Wunden der zahlreichen Schläge, die sie bekommen hat. Sie dreht sich immer weg, wenn ihr die Kraulstelle nicht gefällt. Aber auch diese Hürde werden wir meistern.
Der Rückweg war etwas schwierig. Feierabendverkehr. Das bedeutet für unser abgelegenes Tierheim zwar nur 6 Autos in 10 Minuten, aber die reichten schon aus, um Froja zu überfordern.
Alles in allem war es jedoch ein erfolgreicher erster Spaziergang - trotzdem sich die Maus nicht einmal traute, "Pipi" zu machen. Vielleicht beim nächsten Mal ...

Freitag, 04.03.2011

Es wird wahrscheinlich langsam langweilig, wenn ich nun auch bei Freya meiner absoluten Begeisterung Ausdruck verleihe ... aber: Freya ist ein supertolles, liebes und verschmustes Mädel!

Auch sie hat Panik vor fahrenden Autos, Fahradfahrern etc. ABER: Freya hat sich von Claudia (Namensgeberin des Maskottchens unserer Homepage) kämmen lassen!
Überhaupt hat Freya blitzartig verstanden, wie schön Kämmen ist. Sie hat es sichtlich genossen, die verfilzte Unterwolle los zu werden. Die Äuglein gingen zu, selbst als es offensichtlich ziepte, hat die Süße keinen Mucks gemacht.
Freya stand Claudia vielleicht zehn Minuten mißtrauisch gegenüber, ließ sich jedoch fotografieren und merkte, dass auch diese Frau nett ist und nicht schlägt.
So kam es, dass am Ende zwei Frauen an der nun nicht mehr ganz so verfilzten Freya zupften und kämmten. Wir waren beide hellbegeistert! Unsere drei Rädeler sind ganz besondere Hunde, das sind sie wirklich und wir wünschen uns wirklich liebe, verständnisvolle Menschen mit Hundeverstand für unsere Schützlinge! Und auch der Vierte im Bunde wird irgendwann mit mir in der Sonne auf dem Feld sitzen - irgendwann!
Hier noch ein paar Impressionen
von Freyas erstem Spaziergang - Leinelaufen muss noch sehr intensiv geübt werden:

Freya himmelt "Frauchen" Tierheimleiterin an

Freya knutscht "Frauchen" Tierheimleiterin

Freya genießt die Entfernung der Unterwolle

Freya grinst in die Kamera, während ihr der Hintern ausgekämmt wird.

Freya in wunderschön.

Sonntag, 06.03.2011

Heute war zweites Gassi für Freya und Froja - diesmal für beide Mädels in doppelter Begleitung.
Zuerst ging es mit der schüchternen Froja nach draußen. Die zweite Frau in unserem Trio - Anja - wurde erst einmal mißtrauisch beäugt. Auf dem Feld angekommen, nahm Froja schüchtern ersten Kontakt zu den Füßen der fremden Frau auf. UUUUUUUnheimlich fand sie das Ganze.
Es wurde heute gekämmt und gezupft, aber das (leider) nur von mir, denn anfassen lassen wollte sich Froja noch nicht von der "gruseligen" Anja.
Nach einer Weile ließ sie sich dann doch noch zum Bauch kraulen nieder - auch in Anwesenheit von Anja, was einen riesigen Vertrauensbeweis darstellt. Hier ein paar Impressionen vom Kuscheln in Begleitung einer "Fremden":

Was für ein süßes Mädchen ...

 

 

Freya reagierte heute nicht mehr ganz so extrem panisch bei den vorbeifahrenden Autos und Radfahrern.
Sie stand Anja natürlich auch erst etwas mißtrauisch gegenüber, ließ sich aber später auch ohne Angst von ihr kämmen. Ein Kuschelfoto mit Freya und mir muss aber noch sein:

Dienstag, 08.03.2011

Heute war die Nachimpfung fällig. Die Mädels waren relativ entspannt. Frodo hat seit ein paar Tagen seine ... naja, nennen wir es mal Rüpelphase.
Er spielt mit den Pflgern - auch mit mir - "Fang-mich-doch", wenn er wieder in den Zwinger soll. Der junge Herr meint nun, er müsse austesten wie weit er gehen darf. Nun ja, geimpft wurde er trotzdem - der zarte Protest wurde einfach ignoriert.
Franjo ist immer noch nicht bereit für seine erste Impfung bzw. den Mikrochip ... noch immer warten wir auf den "Knacks". Der wird kommen ... die Frage ist nur, wann.

Montag, 14.03.2011

Der Entwicklungsstand unserer Vier stagniert derzeit etwas. Frodo treibt weiterhin seine Spielchen, gerät teilweise in Panik, wenn er einen fremden Mann sieht (Besucher bzw. seltener anwesende Ehrenamtler). Die Mädels sind im Moment am umgänglichsten. Franjo - unverändert schüchtern, läuft jedoch inzwischen mit der Gruppe auf dem Gelände herum, d.h. wir können Franjo mit seiner Gruppe problemlos auf verschiedene Ausläufe bringen.
Durch personelle Ausfälle (3 kranke Mitarbeiter, 2 davon für viele Wochen) habe ich leider kaum noch Zeit, mich mit den Rädelern intensiver zu befassen - an Gassi ist derzeit gar nicht zu denken. Vielleicht am einzigen freien Tag der Woche
...

Sonntag, 20.03.2011
Heute werden wir auch Franjo und Freya trennen müssen. Nachdem Willi aus der Vierergruppe letzte Woche ein Zuhause gefunden hatte, mutierte Freya immer mehr zur Nachfolgerin von Froja. Sie lässt ihren Bruder kaum mehr in Ruhe fressen.
Also werden die zwei heute getrennt. Geplant ist folgende Gruppenzusammen-stellung:


Charly - Franjo und der schüchterne Calvin
Freya - Zeus und Richie

Wir werden sehen ... die Zusammenführungen sind für den heutigen Nachmittag geplant.

Alles hat wunschgemäß geklappt. Nun müssen wir abwarten, ob sich die neuen Gruppen auch zusammenfinden und auf lange Sicht vertragen:

Charly - Calvin - Franjo => verstehen sich bisher großartig!

Freya - Zeus - Richie => wird die Dame Ruhe in die wilde Rüdengruppe bringen?

Einen großen Fortschritt hat heute Franjo zu verbuchen: der schüchterne Rüde ist an Charlys Seite deutlich sicherer geworden. Er folgte ihm sogar bis auf den Haupthof, wo wir dann die Zusammenführung mit Calvin starten konnten. Das erste Mal für Franjo freilaufend auf dem Haupthof! Super! Franjo kommt mit Charly sogar bis auf 2 Meter an die Männer heran! Bravo, Charly!

Freitag, 25.03.2011
Die Gruppen funktionieren gut. Zwar muss Charly Gruppe komplett getrennt gefüttert werden, weil Calvin sich in Windeseile sein Futter hinterschlingt, um dann bei Franjo klauen zu gehen, aber ansonsten verstehen sich die drei Jungs wunderbar.

Auch Freya fühlt sich wohl in ihrer Gruppe. Tatsächlich sind die Jungs jetzt ruhiger und selbst Zeus, der im Zwinger normalerweise eine riesige Show abzieht, benimmt sich deutlich besser.

Sonntag, 27.03.2011
Heute war mal wieder ein großer Tag für Freya. Sie durfte zum ersten Mal mit ihren Jungs und drei unserer Stamm-Gassigänger nach draußen - ohne "Frauchen".
Und tatsächlich - nach
anfänglicher Schüchternheit - ließ sie sich bestechen und fasste sehr schnell Vertrauen. Natürlich half hierbei anfangs auch die Sicherheit ihrer Gruppe. Freya benahm sich nach einer gewissen Zeit genauso interessiert und verschmust, wie bei mir - toll!
Nun habe ich aber mal eine neutrale Einschätzung der Maus bekommen, was mich wiederum in der Entscheidung bestärkt hat, Freya langsam in die Vermittlung zu nehmen. Wir werden noch ein, zwei Gassirunden abwarten und dann anfangen, eine passende Familie für Freya zu suchen.

Frodo, der in den letzten Tagen enorme Rückschritte gemacht hatte, ging heute ebenfalls mit den fremden Frauen raus. Die anfängliche Panik und das Im-Kreis-Laufen legte er draussen schnell ab, ging bald zum Markieren des Geländes über.
Frodo wird von seinen Gassigängerinnen als "autonom" beschrieben, sie stimmen also insofern mit meiner Einschätzung überein, als dass Frodo nicht zwangsläufig Zweithund sein muss
.
Dennoch fanden sie nicht sorecht einen Draht zu ihm. Frodo ließ sich zwar anfassen und streicheln, aber Interesse zeigte er mehr an seiner Umwelt. Die Einschätzung lautete: lieb, aufmerksam und an allem interessiert, aber braucht vermutlich länger, bis er einen Draht zum Menschen findet ... Zeit eben.

Für beide Hunde gilt weiterhin: Frauenhunde!! Männer müssen sich extrem ins Zeug legen, um soviel Vertrauen aufzubauen, dass die Hunde nicht ständig panisch sind.

Frodo und die "fremde" Melanie

Freitag, 08.04.2011

Heute war Feuertaufe für Frodo. Er "musste" das erste Mal mit einem Mann auf die Strasse. Natürlich begleitete ihn Freundin Laloona.
Frodo lief mit Gassigängerin Dörte und Laloona mit dem "bösen Mann", Robert. Am Anfang Panik, dann Angst und zum Schluss lief er selbstbewusst neben den männlichen Beinen ... Fortschritte, Fortschritte ...

Sonntag, 10.04.2011
Ich kann - nicht ohne Stolz - berichten, dass inzwischen alle drei zutraulichen
Rädeler mit ihnen (fast) fremden Menschen zum Gassi draußen waren.
Solange sich die Menschen am anderen Ende der Leine an bestimmt Regeln halten, gehen alle drei relativ problemlos mit.
Die Zugänglichste ist nach wie vor unsere schwarze Freya. Heute ging auch Froja mit ihrer Gruppe und einer ihr erst seit wenigen Tagen bekannten Frau raus.
Die Grundregeln im Umgang mit den Rädelern sind einfach:

  • Gassi in Begleitung Fremder nur mit ihrer jeweiligen Hundegruppe!
  • nicht anschauen
  • nicht "vollquatschen"
  • schon gar nicht runter beugen und streicheln wollen
  • einfach laufen und dem Hund somit zeigen, dass alles unter Kontrolle ist

Wer sich an diese Regeln hält, zu dem fassen sie schnell Vertrauen. Dann wird man auch beim ersten Gassi irgendwann mit freiwilliger Kontaktaufnahme und bei den Mädels auch mit Kuscheln belohnt.
Wer sich dahingehend nicht im Griff hat, wird nie entspannt mit einem Rädeler laufen können ...

 

Frodo hat leider die Angewohnheit entwickelt, absolut panisch zu werden, wenn es raus geht. Dann übergibt er sich - meist noch auf dem Gelände. Nach wenigen Minuten in "Freiheit", beruhigt er sich jedoch und geht in altbekanntes Schnüffeln und Markieren über.

Sonntag, 17.04.2011
Heute waren die die beiden Mädels wieder mit ihren Gruppen draußen. Schon wieder "mussten" sie sich mit ihnen fremden Gassigehern anfreunden. Freya fiel es natürlich am leichtesten, Froja braucht etwas Zeit, kam dann aber auch kuscheln.
Nach wie vor ist es äußerst wichtig, dass sich die Gassigeher an o.g. Regeln halten. Dann - und nur dann - kommen die Mädels auch kuscheln ...
Frodo wurde heute verschont, er ist das nächste Mal wieder an der Reihe.

Der vierte im Bunde - Franjo - macht auch immer mehr Fortschritte. Ich darf mich auf einen Meter nähern bzw. kommt Franjo so dicht heran. Er läuft mit mir und der Gruppe über den Haupthof und wird zusehends sicherer. Eine Berührung war jedoch noch immer nicht drin ...

Samstag, 23.04.2011
Nachdem die anderen zwei Mitglieder aus Frojas Gruppe, Elli und Lumpi, heute ein tolles Zuhause gefunden haben, mussten wir ernsthaft über "Ersatz" nachdenken, denn Froja war nicht einmal aus dem Zwinger zu bewegen.
Jetzt wohnt der nette Rottweiler Tiger mit Froja zusammen. Wir hoffen, dass sich die zwei auf längere Sicht anfreunden werden.

Sonntag, 01.05.2011
Nun hatte sich Froja gerade mit Tiger angefreundet, wird der Rottweiler auch schon wieder vermittelt ... die Suche nach einer neuen Gruppe führte uns zu Helge und Kimmy. Froja und Helge mögen sich von der ersten Sekunde an, Kimmy braucht immer etwas Zeit. Wir werden die nächsten Tage abwarten ...

Samstag, 04.06.2011
Inzwischen hat sich vieles getan. Kimmy und Froja haben sich auf Dauer nicht verstanden, Kimmy ist einfach zu sehr Zicke. Also haben wir Helge und Kimmy wieder aus der Gruppe genommen und Froja mit Enya und Hunter vergesellschaftet.
Alle 3 zutraulichen Rädeler sind inzwischen in der Vermittlung und gehen auch regelmäßig mit unseren Gassigehern nach draußen - jedoch nicht einzeln, sondern immer in ihrer Gruppe.

Franjo haben wir endlich (zweimal) geimpft. Leider lässt er sich bis heute nicht anfassen, zum impfen musste wieder der Fangstock ran.
Das Tagebuch zu den Rädelern wird offiziell geschlossen. Es geht jetzt darum, für Frodo, Froja und Freya
ein jeweils passendes Zuhause zu finden.

Vielen Dank für Ihre Anteilnahme!

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Letzte Aktualisierung der Homepage war am:

24.11.2017

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Dori hat sich aus ihrem neuen Zuhause gemeldet. Schnurren und kuscheln ist das Größte!

 

Schaut nur wie gut es uns geht... Lita&Jackie (möchten jetzt Minka und Mieze genannt werden), aber auch Cosmo und Amigo haben es so richtig gut erwischt und fühlen sich Katzenwohl... 

 

Enno & Flint lassen uns an ihrem Katzenleben teilhaben und senden liebe Grüße aus ihren Familien.

 

Tierische Grüße erreichen uns von Beethoven, Cleo und AlKatzone!

Und auch Estelle (jetzt Ella genannt) schnurrt uns zu. 

 

 

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