Willkommen im Tierheim des Tierschutzvereins Brandenburg an der Havel e.V.
Willkommen im Tierheim des Tierschutzvereins Brandenburg an der Havel e.V.

Ein ewiges Auf und Ab ... wie nah sich Himmel und Hölle manchmal sind

Oder: Unwissenheit sollte verboten werden! - von Anita Gommert

Als uns die FW Brandenburg am 11.09.2012 eine Fundkatze brachte, wussten wir noch nicht, wie wichtig diese unscheinbare schwarz/weiße Katze einmal für uns werden würde.
Bei der ersten Untersuchung stellten wir fest, dass die Katze ein pralles Gesäuge hatte. Das musste bedeuten: sie hat irgendwo Babys. Ein Anruf bei den Findern ergab nichts konkretes, man hatte angeblich kein Katzenkind gesehen und die Katze würde ja schon 2 Wochen in der Nachbarschaft herumlaufen ...
"Wanja" saß nun also in unserer Quarantänestation und hatte sicherlich Schmerzen, denn ihr prall mit Milch gefülltes Gesäuge wurde eben diese Milch nicht los.

Sorgenvoll wurde es täglich kontrolliert, wurde härter und fester ... sie musste unbedingt die Milch loswerden! 

 

Doch, manche Probleme lösen sich von selbst ... Sechs Tage später wurde ein knapp vier Wochen junges Katzenkind gefunden, das beim Einquartieren in die Quarantänestation entfloht werden musste. Hierbei brüllte die kleine Katze, als wenn man ihr sonst was täte und Wanja reagierte wie eine Mama, gurrte beruhigend und zeigte großes Interesse. Ich ließ es auf einen Versuch ankommen und die Kleine wurde zu Wanja gesetzt. Das Glück auf allen Seiten war perfekt, als Wanja die Kleine annahm!

In den nächsten 24 Stunden wurde ihr Bauch wieder weich und die drohende Mastitis abgewendet, denn nun hatte sie ja einen Abnehmer für ihre Milch. Geschichte zuende?? Nee ... schön wär's ...

 

Weitere sieben Tage später kamen zwei gut drei Wochen junge Katerchen zu uns - natürlich mutterlos. Auch die nahm Wanja unter ihre Fittiche und die kleine Patchworkfamilie wuchs auf vier Köpfe an.

Da die vier Katzen nicht in dem kleinen Quarantänekäfig bleiben konnten, mussten Feivel, Collien und Collette ihre Pflegestelle räumen, um Platz zu machen für die kleine Patchworkfamilie.
Wanja und ihre drei Adoptivkinder zogen ein. Da die roten Zwerge noch nicht die Toilette benutzen konnten und auch noch recht unbeweglich schienen, wurde der Zwei Qum große Katzenauslauf aufgebaut. Mama Wanja durfte mehrmals am Tag das Zimmer voll nutzen, die kleinen blieben erst einmal im Käfig.

Die nächsten Tage verbrachte die kleine Patchworkfamilie stressfrei im Pensionszimmer. Natürlich reichte Wanjas Muttermilch nicht für alle aus, daher wurde dreimal am Tag zugefüttert. Die dicken Roten nahmen stetig an Gewicht zu (399 und 405 Gramm), Klein-Wasca begann zuverlässig die Toilette zu benutzen und tobte mit Mama Wanja wann immer es ging, ausgelassen herum. Einige Impressionen:

Die Katastrophe

Mit der Angabe, sie habe sie schon zwei Tage "versorgt", brachte uns am 03.10.2012 ein junges Mädchen (Tierarzthelfer-Azubi im ersten LJ) zwei halbtote Kitten - keine drei Wochen alt. Die Tiere waren vollkommen dehydriert, ausgekühlt und völlig verfloht.

Es handelte sich um einen kleinen, roten Kater und seine dreifarbige Schwester - sie konnten nach der bei uns erfolgten Flohbehandlung kaum noch den Kopf heben. Was blieb?

Natürlich nahm ich die Tiere mit, raste direkt nach der Vermittlung am Mittwoch nach Hause, um die Kitten zu versorgen. Die angerührte Ersatzmilch nahmen sie nicht, es war praktisch kein Schluckreflex mehr vorhanden.

"Sie sterben", entgegnete ich am Telefon der von mir sofort alarmierten Tierärztin. Die 200 Meter Fußmarsch zur Praxis brachte ich nur mit Mühe hinter mich ... so viele Gedanken schossen mir durch den Kopf.

Angefangen von "Dummes Weib, warum lässt sie sie zwei Tage verhungern" über "Naja, die ist erst 16 oder 17, die weiß es nicht besser" bis hin zu "Scheiße, die sterben mir hier weg". 

Ich rechnete damit, dass die TÄ ihre Spritze zücken und mir erklären würde, sie könne nichts mehr tun ...

 

Mit steinerner Miene drehte sie die kraftlosen Würmer hin und her, horchte nach dem Herzen und stellte fest: Nicht einschläfern, die sollen eine Chance bekommen. Sie begann, Infusionslösung vorzubereiten, zog diese in zwei irgendwie vergleichsweise riesigen Spritzen auf und legte sie in ein warmes Wasserbad, damit sie sich der Körpertemperatur annähern konnten. Die Kitten bekamen jedes zwei dieser Spritzen unter die Haut. Übrigens: Anfangsgewicht Kater: 280 Gramm, Katze 244 Gramm ... mager ist kein Ausdruck!

Wieder Zuhause angekommen bettete ich die regungslosen Tierchen auf eine weiche Decke, die über eine Wärmflasche gelegt die Körpertemperatur erhöhen sollte und ließ sie in Ruhe. Immer wieder schaute ich nach ihnen, es änderte sich jedoch nichts.


Irgenwann musste ich dann zur Hunderunde starten und meinen Mann von der Arbeit abholen ... hatte ihm ja das Auto gemopst. Als wir zurück kamen, wimmerte es leise aus der Kittenbox. Der Rote war aufgewacht und hatte Hunger. Schnell rührte ich neue Milch an, mischte Heilerde darunter und gab ihm eine gute Portion Milch. Er trank ... seine Schwester unterdessen tat es ihm nach, erwachte und verlangte nach Futter. Ich war zufrieden ... die Tierärztin auch, als ich sie anrief. Leider aber hielt das "Glück" nicht lange. Des Nachts verschlechterte sich der Zustand des Katers zusehends. Zum Morgen war er im selben schlechten Zustand, wie am Abend zuvor. Seiner Schwester ging es nicht ganz so schlecht. Trotzdem: die nächste Infusion wurde fällig. Kurz vor der Arbeit, also gegen 9 Uhr stand ich in der TA-Praxis. Dasselbe Prozedere, Infusionen und eine Spritze gegen den Brechreiz - die Kleine hatte ihre Milch wieder erbrochen ... Dann ins TH und warten ...

 

Nach etwa 3 Stunden war die Kleine wieder "fit", trank, miaute und setze das erste Mal Kot ab - dieser war denkbar flüssig, was aber normal war, denn der Darm begann jetzt erst wieder mit seiner Tätigkeit. Ihr Bruder regte sich nicht mehr ... die Atmung war flach ... ich verzweifelte schon wieder.

Gegen 16:30 Uhr am Nachmittag - immerhin fast 8 Stunden später - erwachte er plötzlich und wollte fressen. Ab diesem Moment ging es langsam wieder aufwärts mit ihm.

Als dann am Nachmittag Kitten Nummer drei dazu kam, mit denselben Symptomen, ausgekühlt und dehydriert ... naja ... eine mehr oder weniger. Abends nach der Arbeit ging es direkt zur TA-Praxis, wo alle drei Kitten nochmal eine Infusion bekamen.

05.10.2012

Die Nacht zu dritt haben die Mäuse gut überstanden. Die kleine Graue erholte sich wieder und morgens um 4 Uhr konnte ich gar nicht so schnell Milch anrühren, wie sie danach brüllten. Natürlich nahmen sie weiterhin nur kleine Mengen zu sich, dennoch: dank einer zu einem Brei gematschten Anti-Durchfall-Tablette vom Tierarzt hatte sich der Durchfall bei den zwei ersten Zwergen nun von wässrig nach zähflüssig verändert - ein gutes Zeichen! 
Mittlerweile haben wir Freitag Nachmittag, 14 Uhr - es ist Zeit zum wecken und Füttern ...  

Es mag nicht appetitlich sein, aber der Kater ist in der Lage, zumindest teilweise Würstchen zu produzieren!!!!!!!! Erfolg!!!!!!!!!

06.10.2012

Noch gestern abend brachte die kleine Bunte ein ordentliches Würstchen heraus. :-)

Die Graue folgte heute Mittag. Die Verdauung reguliert sich wieder. Die drei Kitten trinken recht gut. Alle haben zugenommen, rund 20 Gramm jeweils. Bisher verläuft also alles wieder nach Plan ... bleibt abzuwarten, ob es so bleibt. 
Mittlerweile haben sie auch Namen bekommen. Der rote Kater heißt Joshua, die Bunte nennt sich ab sofort Jolien und die Graue heißt Joyce. 

08.10.2012

Joyce macht mir große Sorgen. Immer wieder fällt sie quasi ins Koma. Heute lag sie geschlagene 5 Stunden einfach nur da und schlief ... allerdings mit offenen Augen. Als sie zu zucken/krampfen begann "flog" ich zum Tierarzt. Hm ... von Epilepsie bis zur einfachen Unterzuckerung war alles möglich. Joyce bekam nochmal eine Infusion und dann hieß es warten.

Tatsächlich wurde sie wieder wach. Nach sehr wackelig auf ihren Beinchen schrie sie jedoch bald nach Essen. Ich war erst einmal wieder beruhigt. 

13.10.2012
Es herrscht traute Harmonie im Kacki-Zimmer. Seit gestern ist nun der Katzenauslauf abgebaut und die Kleinen haben nun das ganze Zimmer zur Verfügung. Aus Erfahrung weiß ich, dass solch kleine Kitten in soooo einem großen Zimmer nur schwer ihre Toilette finden. Aus diesem Grund stehen nun insgesamt 6 Katzenklos, teilweise mit Deckel im Zimmer verteilt ... dennoch finde ich ab und zu die eine oder andere Überraschung ...
Die zwei "Großen" Roten - irgendwie noch immer namenlos, nenne ich sie "Rotfuß" und "Graufuß" - fressen inzwischen schon gut mit. Die drei Kleinen tun sich noch schwer. 

Von links: Joyce, "Rotfuß" und Joshua an der Milchbar
Die "große Schwester" kämpft mit neuem Spielzeug

17.10.2012

Durch die Futterumstellung kämpfen nun alle mit Durchfall. Ganz besonders schlimm hat es schon wieder Joshua erwischt, er erbricht auch immer wieder. Gestern nun waren alle beim Tierarzt und bekamen Spritzen. Joshua musste aufgrund des Erbrechens heute schon wieder zum Doc ... der Kleine hat sogar wieder deutlich abgenommen ... er macht mir sehr große Sorgen ... der kleine Kerl hat soviel durch und alles überstanden. Nun darf er nicht aufgeben ... :-(

Der Supergau

19.10.2012
Joshua lebt nicht mehr. Der kleine Kater ist trotz Antibiotika, Infusionen und Heilerde seinen Durchfall und das Erbrechen nicht los geworden. Er magerte quasi binnen Stunden auf 370 Gramm herunter (zum Vergleich: seine Schwester wog am selben Tag knapp über 500 Gramm).
Joshua hatte nicht mal mehr die Kraft, selbständig zu laufen ... schweren Herzens ging ich mit ihm den letzten Schritt. Er schlief auf meinem Arm ein und ist nun im Katzenhimmel, der Kleine.

Ich kann nicht umhin, nochmals meiner Wut und Enttäuschung Ausdruck zu verleihen ... die Tierarzthelferin im ersten Lehrjahr sollte ihre Berufswahl ggf. noch einmal überdenken. Wer als (fast) erwachsene nicht in der Lage ist, eine Notsituation bei solch kleinen Wesen zu erkennen und zögert, sie sofort in professionelle Hände zu geben, der hat einfach seinen Beruf verfehlt! Es tut mir leid, aber wären die Kitten sofort zu uns gekommen oder WENIGSTENS zu einem Tierarzt, würde Joshua vielleicht noch leben ... ich bin wütend! Alle Mühe, alle Arbeit, alle Liebe ... umsonst.
Kleiner Joshua, wir haben um dich gekämpft und leider verloren. Leb wohl!

20.10.2012
Wir müssen nach vorn schauen. Jolien und Joyce (wie auch den anderen 3 Kätzchen) geht es sehr gut. Nun bekommen alle Kitten und natürlich auch die Mama ihre erste Wurmkur über drei Tage eingegeben. Natürlich wird erfahrungsgemäß der Durchfall teilweise wiederkommen, aber darauf sind wir vorbereitet. 

05.11.2012

Inzwischen ist viel passiert. Die kleinen Mäuse wachsen, gedeihen und sind inzwischen teilweise schon impffähig. 
Die einzige, die uns immer wieder Sorgen bereitet, ist Jolien, Joshuas Schwester. Mit ihrem Gewicht geht es stetig auf und ab ... sie frisst wie eine siebenköpfige Raupe, der Kot ist auch in Ordnung ... die Tierärztin weiß keinen Rat. Wir müssen die Zeit entscheiden lassen. Jolien hatte einen miesen Start und es ist nicht selten, dass der Körper ersteinmal nachholen muss.
Mama Wanja wurde am 02.11. kastriert, denn sie war irgendwie rollig. Nach zwei Tagen durchhängen und Kinderchen wegknurren, lässt sie jedoch nun alles wieder zu und kümmert sich auch wieder um die stets futterverschmierte Jolien ... 

Jolien
Joyce

Mama Wanja, die verrückte Wasca unhd die Roten ... die übrigens inzwischen Piet und Pille heißen ... sind mittlerweile in der Vermittlung und auf konkreter Wohnungssuche. :-) 

Pille und Piet

Pille und Piet haben am 24.11.2012 ein neues Heim gefunden. :-)))

Wasca zog am 01.12.2012 aus dem Tierheim aus und die kleinen Mäuse Jolien und Joyce durften am 15.12. lebewohl sagen. :-))))))))

Mama Wasca wohnt zwar noch im Tierheim, hat aber ein tolles Zuhause in Aussicht - sie soll nach dem Umzug ihres neues Herrchens einziehen ...

Letzte Aktualisierung der Homepage war am:

24.11.2017

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Kater Caasi informiert:

Von wegen schwarze Katzen werden immer übersehen ... heute ist Pami`s großer Tag - Leb wohl Tierheim :-)

 

Neuigkeiten aus dem neuen Zuhause schicken Elvis&Eddy

Und auch Kasim geht es richtig gut: Lieblingshobby: KUSCHELN!!

 

Dori hat sich aus ihrem neuen Zuhause gemeldet. Schnurren und kuscheln ist das Größte!

 

Schaut nur wie gut es uns geht... Lita&Jackie (möchten jetzt Minka und Mieze genannt werden), aber auch Cosmo und Amigo haben es so richtig gut erwischt und fühlen sich Katzenwohl... 

 

Enno & Flint lassen uns an ihrem Katzenleben teilhaben und senden liebe Grüße aus ihren Familien.

 

Tierische Grüße erreichen uns von Beethoven, Cleo und AlKatzone!

Und auch Estelle (jetzt Ella genannt) schnurrt uns zu. 

 

 

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